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Inflation - Gold als sicherer Hafen?

Faszination Gold

Das Verlangen nach Gold ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Durch seine Robustheit, seine hohe Dichte und die Seltenheit Gold zu finden, wurde es schon früh zur Herstellung von Schmuckstücken verwendet. Die ersten Goldmünzen stammten aus dem antiken Griechenland und dienten damals bereits als Tauschobjekt für den Handel von Waren. Die Faszination und Nachfrage nach Gold ist bis heute erhalten geblieben. Aktuell hat der Goldpreis zwar in den letzten Jahren abgenommen, doch hat sich der Wert für eine Feinunze während der letzten 20 Jahre mehr als verdreifacht. Die Befürworter argumentieren daher, dass Gold im Gegensatz zum Sparbuch und Staatsanleihen immer einen Wert darstellen und man zumindest nicht alles verliert. Die Goldgegner wenden daraufhin ein, dass Gold keine Zinsen bringt und der Preis starken Schwankungen unterliegt. Um eine vernünftige Einschätzung zum Gold als Geldanlage sowie als Schutz vor der Inflation zu bekommen, werden zunächst die wichtigsten Argumente für einen Goldkauf genannt, anschließend werden die Nachteile dieser Investition beleuchtet.

Argumente für und gegen Gold

Vorteile von Gold

Die Nachfrage nach Gold wird wahrscheinlich durch die immer reicher werdenden Asiaten noch weiter befeuert. Als wichtiges Metall in der Herstellung von Elektronikprodukten dürfte sich der Bedarf nach Gold dadurch zusätzlich erhöhen. Eine unbegrenzte Erhöhung der Fördermengen von Gold ist auf der Erde kaum möglich, da man immer tiefer graben muss und so die Kosten für die Goldförderung ebenfalls zunehmen. Bei einem nur geringfügig zunehmenden Angebot, aber einer stark zunehmenden Nachfrage wird der Goldpreis ansteigen. Anlegern kann dies somit einen Gewinn bringen, wenn sie im Besitz von Gold sind.

Neben der Wertbeständigkeit hat Gold auch physische Vorteile. Gold verschwindet nicht einfach und verändert nicht seine Beschaffenheit. Es rostet nicht und kann eingeschmolzen, verformt und kleinere Teile getrennt werden. Dieser Prozess ist immer wieder umkehrbar. Natürlich muss man einwenden, dass diese Arbeiten Geld kosten. Falls das weltweite Finanzsystem zerbricht und Münzen sowie Scheine nichts mehr wert sind, so kann Gold als Tausch- und Zahlungsmittel dienen. Diese Funktion von Edelmetallen besteht bereits seit Menschen miteinander Handel getrieben haben. In Wirtschaftskrisen kann Gold der letzte Notgroschen sein und das Überleben sichern.

Nachteile von Gold

Jeder kann mit dem Kauf von Gold Geld verlieren. Da der Goldpreis nicht nur steigen, sondern auch kurzfristig fallen kann, sind hohe Kursschwankungen immer möglich. Die meisten Einflussfaktoren auf den Goldpreis sind von Kleinanlegern nicht vorherzusehen. Die Notenbanken mit ihrer Zinspolitik, große institutionelle Anleger mit riesigen Goldvorräten und die Angst an den Finanzmärkten können den Goldpreis unter Druck setzen.

Gold bringt keine Zinsen. Im Gegensatz zu Anleihen oder Aktien bekommt man beim Gold keine jährlichen Erträge als Gegenleistung für sein verliehenes Geld oder wird über eine Dividendenzahlung am Unternehmenserfolg beteiligt. Die einzige Möglichkeit Gewinne zu erwirtschaften liegt im Kauf und Verkauf von Gold, nachdem eine Preissteigerung der gehaltenen Goldmenge eingesetzt hat.

Zwar kann Gold als Zahlungsmittel fungieren, doch ist dies in den meisten Fällen sehr ineffizient. In Hyperinflationsphasen verliert eine Währung rasant an Wert, so dass unter Umständen Gold als Tauschobjekt genutzt werden soll. Zur Kostenersparnis wird Gold in großen Mengen gekauft. Möchte man einfach nur ein Paar Eier erwerben, kann kein Verkäufer auf einen großen Barren Gold herausgeben.

Anlageprodukte rund ums Gold

Goldbarren und Münzen

Gold lässt sich in Form von Goldbarren und Münzen kaufen. Bei Goldmünzen sollten Sie auf weltweit akzeptierte und bekannte Werte wie den südafrikanischen Krügerrand, dem kanadischen Maple Leaf oder 20-DM-Münzen aus der Kaiserzeit zurückgreifen. Im Fall des Krügerrand entspricht die Masse einer Münze einer Feinunze Gold. Da sich der Goldpreis auf eine Feinunze bezieht, lässt sich der Wert schnell und überall bestimmen. Vorsicht ist vor einem Kauf von Barren mit einem Gewicht von weniger als einer Zehntel Unze geboten. Anleger zahlen in der Regel bei Kleinmengen von reinem Gold einen zu hohen Preis. Gleiches gilt für Medaillen, da diese im Gegensatz zu Münzen keine Währung darstellen. Nach dem Erwerb von Goldbarren und Münzen steht jeder Anleger vor der Frage "Wohin damit?". Bei der Entscheidung für die Lagerung zu Hause, muss eine beträchtliche Summe Geld für den Kauf eines Tresors investiert werden. Gleiches gilt bei der Einlagerung in einen Banktresor. Dabei fallen ebenfalls dauerhaft Kosten an. Im Regelfall empfiehlt sich die Lagerung des Goldes im Tresor oder im Schließfach einer Bank, da die Gefahr eines Raubüberfalles zu hoch ist.

Goldzertifikate

Neben dem Kauf von reinem Gold in Form von Barren und Münzen bieten Banken häufig auf Gold basierende Anlagezertifikate an. Zwar können diese Papiere wie Aktien und Anleihen direkt an der Börse gehandelt werden, doch bieten diese Zertifikate nicht die gleiche Sicherheit wie physisches Gold. Da diese Papiere den Charakter von Bankanleihen haben, besteht die Sicherheit nur durch die Bonität der dahinter stehenden Bank. Geht diese pleite, so verlieren auch die Anleger unter Umständen ihr eingesetztes Kapital.

Goldfonds

Durch Investition in Anteilen an börsennotierten Goldfonds haben Sie den Vorteil, dass die jeweilige Fondsgesellschaft physisches Gold kauft und zentral in Tresoren lagert. Sie müssen sich also nicht um die Aufbewahrung des Goldes kümmern. Nachteilig ist, dass für die Depotführung und bei An- sowie Verkauf der Anteile Gebühren anfallen. Ein Totalverlust wie bei Goldzertifikaten ist unwahrscheinlicher, da das eingelagerte Gold bei einer Insolvenz in der Regel nicht zur Insolvenzmasse gezählt wird. Der Erwerb von Anteilen an auf Gold spezialisierten Fonds ist dann zu empfehlen, wenn Sie Gold eher als Investment denn als sicheren Hafen in schwierigen Zeiten ansehen.

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