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Erhöhung der Geldmenge durch die Europäische Zentralbank

Funktionen von Geld

Worin liegt der Wert des Geldes? Gegenwärtig zirkuliert im Euroraum weitestgehend Buch- und Papiergeld sowie Münzen mit niedrigem Materialwert. Dabei liegt der Wert des Geldes in der allgemeinen Akzeptanz im Zahlungsverkehr. Jeder Empfänger von Geld ist davon überzeugt, dass dieses ebenfalls wieder als Zahlungsmittel akzeptiert wird.

Die drei Funktionen von Geld sind im Allgemeinen die Verwendung als Tauschmittel, als Wertaufbewahrungsmittel sowie als Recheneinheit. Mit Hilfe des Geldes als Tauschmittel vereinfacht sich der Austausch von Waren erheblich. Möchte beispielsweise ein Bauer ein Stück Vieh gegen drei Schweine tauschen, so musste er früher relativ lange suchen bis er den gewünschten Tauschpartner gefunden hatte. Durch den Einsatz von Geld konnte das Stück Vieh auch an andere Käufer abgegeben werden. Mit dem erhaltenen Geld konnte nun ebenfalls bei anderen Verkäufern von Schweinen die gewünschte Stückzahl erworben werden. Insbesondere in arbeitsteiligen Wirtschaften, die in Folge der industriellen Revolutionen entstanden, kommt dem Geld als Tauschmittel zentrale Bedeutung zu, da pro Tag eine hohe Anzahl an Tauschvorgängen erfolgt. Die Wertaufbewahrungsfunktion ermöglicht es den Menschen Kaufkraft in die Zukunft zu übertragen, indem sie ein Teil ihres Einkommens sparen und in mögliche Anlageformen übertragen. Über die Nutzung als Recheneinheit ermöglicht Geld den einfachen Vergleich unterschiedlicher Waren miteinander.

Geldschöpfung durch die Notenbank

Definition der Geldmenge

Was ist Geld? Je nach Zeit wurde diese Frage wie oben gesehen ganz unterschiedlich beantwortet. In diesem Zusammenhang fällt ebenfalls die Frage nach der im Umlauf befindlichen Geldmenge und was genau dazu gehört. Gegenwärtig unterscheidet die Europäische Zentralbank die Geldmengen M1, M2 und M3, wobei M jeweils für „money” gleich Geld steht. M1 enthält das gesamte im europäischen Währungsraum vorhandene Bargeld sowie alle Kundeneinlagen bei Banken, die binnen eines Tages abgehoben werden können. M2 beinhaltet M1 sowie alle Einlagen mit Laufzeiten bis zu maximal zwei Jahren sowie solche mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von drei Monaten. Das Geldmengenaggregat M3 umfasst neben M2 noch Rückkaufvereinbarungen, Geldmarktfondsanteile, Geldmarktpapiere und Schuldverschreibungen mit einer Laufzeit von höchstens zwei Jahren. Liquide Anlagen wie Aktien fallen also nicht in die Geldmenge, da diese ja nicht direkt als Zahlungsmittel verwendet werden.

Verkürzte Bilanz der Europäischen Zentralbank

Vereinfachte Bilanz der Notenbank

Die linke Aktiv-Seite der Bilanz bildet dabei die Entstehung der monetären Basis ab, wohingegen die rechte Passiv-Seite die Verwendung darstellt. Werden Gold, Devisen oder Sonderziehungsrechte angekauft sowie mehr Kredite an Geschäftsbanken oder öffentliche Haushalte vergeben, erhöht sich das Zentralbankgeld. Verringern sich die Währungsreserven, der Wert der Wertpapiere oder der Umfang der ausgegebenen Kredite, geht ebenfalls der Bestand des Zentralbankgeldes zurück. Insgesamt bedeutet die Ausweitung des Zentralbankgeldes einen Zukauf an Aktiva-Positionen, im gegenteiligen Fall der Verkauf von Aktiva.

Buchung bei der Europäischen Zentralbank und den Geschäftsbanken

Zum Beispiel könnte die Notenbank 10.000 US-Dollar an Devisen vom Markt gegen Zahlung von Zentralbankgeld einkaufen. Dies würde sich in der Bilanz der Notenbank wie folgt bemerkbar machen:

Buchungen bei der Geldmengenerhöhungen im Überblick

Es kommt also bei der Geschäftsbank zum reinen Aktivtausch. Durch den Aufkauf von Devisen hat sich die im Umlauf befindliche Zentralbankmenge auf diese Weise um 10.000 erhöht.

Da die Notenbank ihre Zahlungsverpflichtungen immer durch selbst geschaffenes Zentralbankgeld begleichen kann, wird diese nie illiquide. Dies gilt natürlich nur, wenn die Notenbank nicht die Verpflichtung eingegangen ist, Zentralbankgeld in Devisen oder Gold einlösen zu müssen. Außerdem darf der Wechselkurs der Währung nicht fest an eine andere Währung gebunden sein. Im letzten Fall müsste die Notenbank die jeweilige Geldmenge durch Zu- und Verkäufe der Aktiva-Positionen erhöhen bzw. verringern, um den vorgelegten Wechselkurs aufrecht zu halten.

→ Geldschöpfung der Banken