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2016/2015 Jun Mai Apr Mär Feb Jan
Index Verbraucherpreise 107,9 107,8 107,5 107,3 106,5 106,1
Veränderung zum Vorjahresmonat 0,3 % 0,1 % 0,1 % 0,3 % 0,0 % 0,5 %
Veränderung zum Vormonat 0,1 % 0,3 % 0,2 % 0,8 % 0,4 % -0,8 %

Quelle: Statistisches Bundesamt. Basisjahr: 2010. Basiswert: 100.

Inflation in Deutschland

Aktuelle Preisentwicklungen im Überblick

Zuwachs bei den Verbraucherpreisen im Juni 2016 erwartet

Die am Verbraucherpreisindex gemessene Inflationsrate verzeichnet im Juni auf Jahressicht eine Erhöhung um 0,3 %. Gegenüber dem Mai 2016 steigen die Verbraucherpreise um 0,1 %.

Bedeutung der Inflationsrate

Die Inflationsrate ist in Deutschland ein allgegenwärtiges Thema. Die Nachrichten berichten regelmäßig über die aktuelle Entwicklung. Bürger und Politik achten genau darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Hauptaufgabe der Preisstabilität nicht aus den Augen verliert. Es ist nicht nur die Angst vor Preisexplosionen, die die Bundesbürger so genau auf die Entwicklung der Inflationsrate schauen lässt, sondern auch ein deutsches Ur-Trauma.

Das Phänomen der Inflation stellt einen Forschungsgegenstand dar, der sowohl von Ökonomen als auch von Sozialwissenschaftlern bereits in unzähligen Veröffentlichungen diskutiert wurde. Trotzdem fehlt eine bis heute einheitliche Definition des Begriffes Inflation. Ursprünglich stand der Begriff für eine Aufblähung der Geldmenge. Im weitesten Sinne verstehen Wirtschaftswissenschaftler darunter einen anhaltenden Anstieg des Preisniveaus bzw. eines Sinken der Kaufkraft des Geldes. Es gilt zu beachten, dass im Falle einer Inflation nicht die Preise einzelner Güter steigen, sondern die Durchschnittspreise. Hierbei steht natürlich immer die Frage im Raum welche Güter in die Betrachtung der Durchschnittspreise aufgenommen werden. Zur Messung werden häufig Preisindices entwickelt, die auf den Lebenshaltungskosten oder auf den Großhandelspreisen basieren. Problematisch bei der Bildung von Preisindices ist im Allgemeinen die Auswahl und Gewichtung der einzelnen Güter im Bezug auf die Gesamtheit der Produkte. Weiterhin zeigt der Kurs der betrachteten Währung im Vergleich zu ausländischen Währungen einen Kaufkraftverlust sowie einen Ansteigen des Preisniveaus an. Insbesondere im Falle von Lohn- und Preisfestsetzung nach oben gibt der Außenwert einer Währung Aufschluss über dessen Stärke und Wertentwicklung. In den folgenden Ausführungen wird vereinfacht vom Anstieg des Preisniveaus gesprochen.

Inflationsrate im Mai 2016 um 0,1 % gestiegen

Nach dem Statistischen Bundesamt legte der Verbraucherpreisindex im Mai auf Jahressicht um 0,1 % zu. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Preise um 0,3 %.


Leichter Anstieg der Verbraucherpreise im April 2016

Die Inflation gemessen am Verbraucherpreisindex wird im April auf Jahressicht bei 0,1 % liegen. Gegenüber dem März 2016 ist dies eine Steigerung von 0,2 %.


Höhere Preise im März 2016 erwartet

Die Verbraucherpreise steigen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 %. Im Vergleich zum Februar 2016 gehen die Statistiker des Statistischen Bundesamtes von einem Anstieg um 0,8 % aus. Dabei verzeichnen Dienstleistungen einen überdurchschnittlichen Anstieg der Preise auf Jahressicht von 1,6 %. Dieser Wert lag im Februar noch bei 0,9 %.


Die Bestimmung der Inflationsrate in Deutschland

Der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes

JahrVerbraucherpreisindexVeränderungsrate zum Vorjahr
2015107,00,3 %
2014106,60,9 %
2013105,61,5 %
2012104,12,0 %
2011102,12,1 %
2010100,01,1 %
200998,90,3 %
200898,62,6 %
200796,12,3 %
200693,91,5 %
200592,51,6 %
200491,01,6 %
200389,61,1 %
200288,61,4 %
200187,42,0 %
200085,71,4 %
199984,50,6 %
199884,01,0 %
199783,22,0 %
199681,61,4 %
199580,51,8 %
199479,12,6 %
199377,14,5 %

Quelle: Statistisches Bundesamt. Stand 2014.

Die Inflationsrate beschreibt das Ausmaß der Preissteigerungen in einer bestimmten Region. In der Vergangenheit nahm man hierfür einen Währungsraum. Die EZB hat beispielsweise die Aufgabe, die Inflationsrate für die Euro-Zone bei 2,0 Prozent zu halten. Gängig wird sie aber auch für die Nationalstaaten gemessen. Zudem unterscheidet man für bestimmte Teil-Preissteigerungen auch noch einmal Regionen in den Einzelstaaten. In Deutschland gilt dies beispielsweise für die Entwicklung der Mietpreise.

Die deutsche Inflationsrate wird federführend vom Statistischen Bundesamt ermittelt. Grundlage ist der sogenannte Verbraucherpreisindex. Hierfür stellen die Statistiker fiktive Warenkörbe zusammen, welche die Waren und Dienstleistungen erhalten, die momentan von den Menschen in der Bundesrepublik am häufigsten erworben bzw. verbraucht werden. Insgesamt gibt es zwölf solcher Warenkörbe, deren Teilergebnisse am Ende in einem Warenkorb zusammengefasst werden. Das Statistische Bundesamt unterscheidet mehr als 700 Güter- und Dienstleistungsgruppen. Um die Preisveränderungen sichtbar zu machen, werden jeden Monat Stichproben von 188 Preiserhebern in mehr als 600 Gemeinden genommen. Das Statistische Bundesamt ermittelt allerdings nicht als einzige Institution die Inflationsrate in Deutschland. Auch die Bundesbank und die europäische Statistikbehörde Eurostat führen entsprechende Erhebungen durch. Dabei gibt es häufig Ergebnisse, die um zehn bis 20 Basispunkte voneinander abweichen. Dies hängt nicht mit dem Verfahren zusammen. Alle Erheber verwenden die sogenannten COICOP-Codes der Vereinten Nationen für ihren Warenkorb und setzen auf ein identisches Prozedere. Die Abweichungen hängen damit zusammen, dass unterschiedliche Gemeinden ausgewählt werden. In München sind die Preise höher als in einer Gemeinde in Brandenburg.

Im Gegensatz zu den veröffentlichten Preisentwicklungen lässt sich mit Hilfe eines persönlichen Inflationsrechners die individuelle Teuerungsrate ermitteln. Diese stellt in realistischer Weise die Veränderung des Realeinkommens des jeweiligen Haushaltes dar.

Erscheinungsformen der Inflation

Blauer Himmel mit vereinzelten WolkenEine Inflation lässt sich zunächst nach dem Tempo des Preisanstiegs bzw. des Geldwertverlust unterscheiden. Dabei spielen die nicht scharf voneinander abgegrenzten Begriffe schleichende, trabende und galoppierende Inflation (Hyperinflation) eine Rolle. Zunächst deutete die schleichende Inflation einen jährlichen Preisanstieg von 3% bis höchstens 5% an. Diese Angabe wurde aber seit den 70ern aufgrund des ansteigenden Preisniveaus ebenfalls nach oben korrigiert. Bei einer galoppierenden Inflation bzw. der Hyperinflation wird im Allgemeinen von monatlichen Preissteigerungsrate von 50% oder höher gesprochen. Weiterhin tauchen Begriffe wie absolute und relative Inflation auf. Eine absolute Inflation repräsentiert dabei den Anstieg des Preisniveaus, wohingegen die relative Inflation ein Preisniveau für Güter anzeigt, die theoretisch niedriger liegen könnten, aber aufgrund von Produktivitätssteigerungen günstiger auf dem Markt angeboten werden. Inflationen lassen sich zusätzlich nach der Dauer des Prozesses in eine chronische, einmalige und vorübergehende Geldentwertung differenzieren. Der einmalige Anstieg des Preisniveaus erfordert dem Wortsinn nach das Wiederabsinken des Preisniveaus. In Verbindung mit der schleichenden Inflation wird häufig ebenfalls von chronischer Inflation gesprochen, wenn eine nur mäßige jährliche Geldentwertung über einen längeren Zeitraum zu beobachten ist. Existieren in einer Volkswirtschaft von der Regierung verhängte Grenzen für Höchstlöhne oder –preise, so wird das reale Preisniveau unterschritten. Diese zurückgestaute Inflation lässt sich im Gegensatz zur offenen Inflation anhand der äußeren Währungsverluste sowie den Preisen auf dem Schwarzmarkt beobachten.

Historische Inflationsraten im Überblick

Euroscheine und -münzenDeutschland wacht in der Euro-Zone wie kein anderer Staat über die Inflationsrate. Dies hängt mit dem Ur-Trauma von 1923 zusammen, als die Deutschen Bekanntschaft mit der Hyperinflation machen mussten. Das Geld verlor damals so schnell an Wert, dass die Geldscheine zuletzt mit Stempeln ihre neuen Werte erhielten, weil die Reichsbank mit dem Drucken nicht mehr nachkam.

Die neue Bundesrepublik setzte deshalb von Beginn an auf eine unabhängige Bundesbank, die sich dem Zugriff der Politik entzog, um zu verhindern, dass noch einmal „über die Druckerpressen“ finanzielle Engpässe gelöst werden sollten. Diese Einstellung gehört bis heute zur deutschen Staatsräson und schimmert immer wieder durch, wenn die EZB ankündigt, Staatsanleihen zu kaufen.

Die Inflationsrate in Deutschland war nach dem Krieg erst einmal sehr hoch, weil der Wiederaufbau vonstatten gehen musste. 1951 betrug sie beispielsweise 7,6 Prozent. Diesen Wert erreichte sie in die Geschichte nie wieder. In der Folge pendelte sie sich zumeist zwischen 2,0 und 3,0 Prozent ein. Eine Ausnahme waren die 70er Jahre. 1973 kletterte sie sogar noch einmal auf 7,1 Prozent. Auslöser damals war der Ölpreis-Schock. Zu Beginn der 90er Jahre stieg die Inflationsrate noch einmal signifikant an. 1992 erreichte sie 5,1 Prozent. Allerdings waren dies die Folgen der Wiedervereinigung. Die Preissteigerungen, die damals in der ehemaligen DDR passierten, waren dramatisch. Seit 1994 lag die Inflationsrate nie wieder oberhalb von 2,6 Prozent.

Inflationäre Tendenzen in Deutschland und Europa 2013

Preisentwicklung im Vergleich zu anderen Ländern

Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland 1993 - 2012Im Vergleich zu den Vorjahren verringerte sich 2013 der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland. Die Preissteigerungen lagen auf Jahressicht auf einem verhältnismäßig niedrigen Niveau von 1,5 %. Laut Statistischem Bundesamt mussten die Bundesbürger 2012 auf Jahressicht noch 2,0 % mehr für den täglichen Verbrauch ausgeben. Im Jahr 2011 lag die Inflationsrate sogar noch bei 2,1 %. Somit verringerte sich insgesamt der Preisauftrieb.

Preistreiber waren Nahrungsmittel, die sich zum Vorjahr 2012 um 4,4 % verteuerten. Speziell bei Gemüse, Obst und Speisefetten mussten die deutschen Haushalte jeweils ein Plus von 6,1 %, 7,2 % und 8,3 % im Einzelhandel hinnehmen. Innerhalb der Gruppe der Gemüsesorten waren Kartoffeln mit einem Preiszuwachs von 28,7 % absoluter Spitzenreiter. Unter den Obstsorten stachen Äpfel mit durchschnittlichen Erhöhungen von 14,9 % hervor. Mit einer hohen Teuerungsrate von 16,1 % wurden Butterliebhaber an den Ladenkassen konfrontiert.

Gegenüber Lebensmitteln legten die Verbraucherpreise im Bereich der Energie im Vergleich zu 2012 mit 1,4 % nur moderat zu. Dabei stellte sich die Situation zwischen den einzelnen Energieformen elektrischer Strom, leichtes Heizöl und Kraftstoffen höchst unterschiedlich dar. Für den Strom aus der Steckdose mussten die Bundesbürger im Durchschnitt 11,9 % mehr bezahlen. Demgegenüber verringerten sich die Preise für leichtes Heizöl um 6,0 % und für Kraftstoffe um 3,4 %.

Auf Seite der Verbrauchsgüter mussten Zeitschriftenleser 2013 um 4,4 % höhere Preise aktzeptieren. Tabakwaren verteuerten sich ebenfalls um circa 2,9 %. Dagegen konnten Kaffee-, Kakao- und Teetrinker aufatmen. Die Verbraucherpreise für diese Genußmittel gingen um durchschnittlich 3,3 % zurück. Auch in Sachen Unterhal und Informationsverarbeitung hatten die Deutschen gut lachen. Bei diesen Produktgruppen verzeichneten die Statistiker in Wiesbaden Preisrückgänge zum Vorjahr um 5,9 % bzw. 7,8 %. Trotz der relativ niedrigen Inflationsrate gemessen am Verbraucherpreisindex klagten viele Verbraucher über eine stark zunehmende Abgabenlast. Ausschlaggebend dafür sind wahrscheinlich überdurchschnittliche Mieterhöhungen, die tendenziell immer einen sehr großen Anteil an der monatlichen Belastung der Haushalte ausmachen. Im gesamten Bundesgebiet stiegen die Nettokaltmieten im Durchschnitt zwar nur um 1,3 % im Vergleich zum Jahr 2012, doch kam es besonders in Großstädten und Metropolen wie beispielsweise München oder Hamburg zu Steigerungsraten im zweistelligen Prozentbereich. Diese wurden nur durch moderate Zuwächse auf dem Land und der ostdeutschen Provinz ausgeglichen. Weiterhin schlugen besonders Preiserhöhungen bei Glücksspielen aufgrund der Anhebung der Spieleinsätze beim Lotto negativ zu Buche. Hierfür musste der Verbraucher 14,3 % mehr ausgeben. Dagegen verbilligten sich auf Jahressicht Telekommunikations-, Finanz- und Gesundheitsdienstleistungen zum Teil deutlich um 1,6 %, 9,7 % sowie 12,2 %.

Die Wirtschaftskrise kommt Deutschland und anderen Ländern entgegen. Die Nachfrage nach Gütern hat stark nachgelassen. Dies gilt insbesondere für den Süden der Euro-Zone, wo der Sparkurs drastische Folgen zeigt. Deshalb besteht momentan mehr Angebot als Nachfrage. In der Bundesrepublik kommt eine besondere Situation hinzu: Es ist viel Kapital im Land, da sich der Euro gegenüber dem Dollar stabilisieren konnte, international wieder Vertrauen genießt und Deutschland deshalb als „Fluchtort“ für ausländische und außereuropäische Investoren dient. Das Geld fließt aber nicht in den Konsum, sondern in Güter von langfristigem Wert. Zu Letzteren zählen beispielsweise Immobilien. Die allgemeine Nachfrage steigt deshalb nicht dramatisch an.

Inflationsrate in der Schieflage

Ergebnis dieser Entwicklung – nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Währungsunion – ist, dass sich die Inflationsrate in der Schieflage befindet. Während die Preise für Milch oder elektronische Geräte fast gar nicht steigen oder sich teilweise sogar verbilligt haben, werden Grundstücke, Immobilien und Rohstoffe (vor allem Öl und Gas) sowie Edelmetalle immer teurer. Gefühlt liegt die Inflationsrate deshalb deutlich über ihrem tatsächlichen Niveau, weil die Menschen an der Tankstelle oder wenn sie eine Wohnung suchen, eine Preisexplosion erleben.

Kreditzinsen als Gegenpol

Dass dieses Bild zumindest in Teilen falsch ist, erleben die Menschen, die derzeit einen Kredit aufnehmen. Die diesbezüglichen Zinsen sind extrem günstig. Dies gilt vor allem für Immobilien- und Autokredite, aber auch die normalen Konsumkredite haben sich vergünstigt. Dies ist das Ergebnis von zwei Prozessen: Die Banken in Deutschland haben durch die ausländischen Investoren sowie durch die Leitzinspolitik, der EZB, die diesen Wert auf einen historischen Tiefststand von 0,25 Prozent geschraubt hat, zum einen ausreichend Mittel für Darlehen. Zum anderen vollziehen auch die Kredite die Inflationsrate mit. Gibt es ein großes Angebot und nur eine begrenzte Nachfrage, sinken die Zinsen.

Allerdings verhalten sich vor allem die Bau- und Immobilienzinsen diesbezüglich inzwischen antizyklisch. Die Nachfrage ist enorm, trotzdem steigen die Zinssätze nicht. Dies hat mit den enormen Markteingriffen zu tun, welche der Kapitalisierung der Banken dienten. Die Finanzinstitute vergeben diese Gelder mittel- und langfristig. Dies bedeutet, sie kaufen vor allem Staatsanleihen und vergeben Darlehen für den Ankauf und den Bau von Immobilien.

Einfluss auf künftige Anschaffungen

Änderung des Kaufverhaltens beim Otto-Normalbürger

Kosten eines durchschnittlichen HaushaltsFür den Normalbürger wirkt sich die Inflationsrate bei den Krediten deshalb als entscheidend darüber aus, ob gewisse Anschaffungen gemacht werden können oder nicht. Sind die Kreditzinsen niedrig und ist es die Inflationsrate auch, wie es momentan der Fall ist, so werden verstärkt Güter gekauft. Bei der Elektronik kann dieses Phänomen gut beobachtet werden. Für Fernseher, Smartphones oder Waschmaschinen sind Null-Prozent-Finanzierungen längst keine Ausnahme mehr, sondern die Regel.

Allerdings kann über die Inflationsrate auch eine Aussage über den Binnenkonsum sowie den Zustand der Wirtschaft allgemein getroffen werden: Wie geschildert ist sie dann niedrig, wenn das Angebot an Waren die Nachfrage übersteigt. Im Extremfall kehrt sie sich sogar um und wird zur Deflation. In Deutschland gab es dies bislang zwei Mal (1953, 1988). Die Wirtschaft hat folglich Absatzprobleme und senkt die Preise, um diese zu lösen. Die Bürger kaufen, die Nachfrage steigt und die Preise ziehen an. Um keine Blase entstehen zu lassen, vollziehen die Banken diesen Prozess gewöhnlich mit und erhöhen auch die Kreditzinsen. Geht es der Wirtschaft gut, ist deshalb auch meist die Inflationsrate hoch. Anschließend kehrt sich der Zyklus allerdings um, da die Preise zu teuer werden und die Nachfrage sinkt. Durch die abnehmende Nachfrage wird ebenfalls die Inflation wieder zurückgedrängt.

Einfluss der Kreditkrise auf die künftige Inflations- und Leitzinsrate

Ob dies allerdings auch jetzt der Fall ist, bleibt abzuwarten. Die Situation in der Euro-Zone ist komplett unterschiedlich: Die meisten Staaten stecken in einer tiefen Wirtschaftskrise. Die Situation in Südeuropa ist bereits mit dem Begriff Depression zu kennzeichnen. In Deutschland ist die Wirtschaft hingegen robust. Um Südeuropa zu stabilisieren, gab es die erwähnten Markteingriffe der EZB über den Leitzins, eine unbegrenzte Kreditvergabe und den Ankauf von Staatsanleihen, die die Geldmenge hochgehalten hat. Davon profitiert auch Deutschland, weshalb das Kreditangebot größer ist als es eigentlich marktkonform wäre.

Es bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Inflationsrate auswirkt. Einen Anhaltspunkt gibt der Immobilienmarkt in den Metropolen: Dort ist das Angebot sehr gering. Durch die niedrigen Zinsen auf die Kredite besteht jedoch eine sehr hohe Nachfrage. Folglich explodierten deshalb die Preise. Es könnte passieren, dass dieses Phänomen auf mehr Bereiche überspringt.

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